Beach holiday in Kyrgyzstan

Ferien in Kirgistan

(English below)

Photo Gallery

Wir verliessen Karakol am 18. September, um gemächlich nach Bishkek zu radeln. Ein letztes Mal genossen wir es, nur halb so lange Strecken wie gewohnt zurückzulegen und die Nachmittage entweder am See Issyk Köl oder in einer gemütlichen Pension zu verbringen.

Tian Shan (mountain range)

Tian Shan (mountain range)

At the beach, Lake Issyk Köl

At the beach, Lake Issyk Köl

Wir hatten gehört, dass die Nordseite des Sees Issyk Köl, insbesondere das Städtchen Cholpon Ata, im Sommer unter russischen und kasakischen Strandtouristen äusserst beliebt sei. Umso überraschter waren wir, als wir an den Stränden statt Bikinischönheiten und sich sonnende Muskelprotze nur paar Esel, Schafe und Pferde antrafen. Die UrlauberInnen waren alle schon wieder in den Norden zurückgekehrt, so dass wir die Strände ganz für uns hatten. Wir fühlten uns wie in den Ferien.

Am 22. September erreichten wir das westliche Ende des Sees und damit das Städtchen Balykchy, wo wir uns am frühen Nachmittag in einer heruntergekommenen Pension einquartierten, uns den Basar anschauten und ein letztes Mal ans Seeufer spazierten. Balykchy, das zu Sowjetzeiten eine bedeutende Industriestadt war, hat – wie einige kirgisische Städte – seit der Unabhängigkeit seine industrielle Grundlage verloren. Entsprechend hoch sind deshalb die Arbeitslosenquote und damit einhergehend der Alkoholkonsum. Einmal mehr führten uns die deprimierend leeren Strassen, die zerfallenen Häuser sowie die in Grüppchen kauernden, wodkatrinkenden Männer vor Augen, welch hartes Leben hier zum Teil geführt wird.

Am nächsten Tag rollten wir fast den ganzen Tag lang bergab (nach wie vor ein wunderbares Gefühl!) und erreichten gegen Abend das Städtchen Tokmok. Wir schauten uns am 23. September den im 11. Jahrhundert errichteten Buranaturm, ein Minarett und eines der in Zentralasien ältesten errichteten Bauwerke, an und erreichten am 24. September Bishkek, die Hauptstadt Kirgistans.

Lake Issyk Köl

Lake Issyk Köl

Hi ho, hi ho, it's off to work we go..

Hi ho, hi ho, it’s off to work we go..

Bishkek ist eine lebhafte und in vielerlei Hinsicht moderne Stadt mit zahlreichen Cafés und Restaurants, aber auch grossen, typisch zentralasiatischen Basaren. Sehenswürdige historische Bauten gibt es kaum, da die Stadt erst im 19. Jahrhundert gegründet wurde und so verbrachten wir die meiste Zeit in Cafés sowie im gemütlichen Innenhof unserer Pension (Nomads Home). Durch Barbara, eine Freundin aus der Schweiz, lernten wir Janar kennen, die drei Jahre in Bern gelebt hat und dadurch hervorragend Deutsch spricht. Nach 6 Wochen Kirgistan war es für uns äusserst spannend, uns mit einer jungen kirgisischen Frau unterhalten zu können und so viele unserer offenen Fragen über Land und Leute beantwortet zu erhalten. Mit Janar besuchten wir am 29. September eine eindrückliche Ballettaufführung (ein kirgisisches Märchen namens “Cholpan”) in der Staatsoper. Da sie am nächsten Tag ihren Geburtstag feierte, lud uns Janar am 30. September zusammen mit paar Freundinnen in ein kirgisisch-chinesisches Restaurant ein, wo wir unter anderem ein letztes Mal kirgisische Schaschlik (Fleischspiess), Kurdak (Fleisch mit Kartoffeln und Zwiebeln) und Chorpo (Fleischsuppe) genossen und – wie es sich für Kirgistan gehört – immer wieder mit einem Glas Schnaps und mit Trinksprüchen auf Janar anstiessen. Liebe Janar, vielen Dank für diesen wundervollen Abend!

Nach 42 Tagen in Kirgistan überquerten wir am 1. Oktober kurz vor Mittag die Grenze nach Kasachstan. Hätten wir – wie geplant – in Bishkek ein Chinavisum erhalten können, so wären wir schon längst in der chinesischen Wüste. Da wir aber einen Flug nach Hongkong buchen mussten, blieb uns mehr Zeit, Kirgistan zu entdecken und uns Zeit für Land, Leute, aber auch uns selbst zu nehmen.

Smoked fish, Balykchy

Smoked fish, Balykchy

Spätestens seit Aserbaidschan reisen wir durch Länder, deren Kultur uns in vielerlei Hinsicht fremd ist. So wirkt etwa der Umgangston in Kirgistan hart. Auf den ersten Blick scheinen die Menschen im Vergleich zu Europa nicht sehr zimperlich miteinander umzugehen. Hierzu paar Beispiele: Sieht ein Autofahrer eine Fussgängerin auf der Strasse, beweist dieser seine Stärke und beschleunigt sein Tempo, statt sich in Vorsicht zu üben. Statt sich in einer Warteschlange einzureihen, stösst der Stärkste die andern aus dem Weg. Jungen bewerfen uns vom Strassenrand aus mit kleinen Steinen – wohl nicht, weil sie uns etwas Böses wollen, sondern eher, weil sie das zum Spass auch untereinander tun. Den übermässigen Wodkakonsum haben wir bereits im letzten Blog erwähnt. Nach wie vor wird zudem der Brauch des Brautraubs (bride kidnapping) vielerorts toleriert und praktiziert: Im Extremfall wird eine junge Frau dabei entführt, entehrt und damit von ihrem Entführer zur Heirat gezwungen. Ein Brauch – für uns kaum vorstellbar, in Kirgistan aber tatsächlich noch Gang und Gäbe. Um solche kulturelle Unterschiede auch verdauen zu können und andern Menschen gegenüber weiterhin offen zu bleiben, benötigen wir immer wieder kleinere Reisepausen. Wir genossen es in Kirgistan daher sehr, nicht jeden Tag weiterziehen zu müssen, sondern auch mal an unspektakulären Orten verweilen zu können, ein Buch zu lesen oder interessante Touristen kennenzulernen. Obwohl einiges für uns unverständlich bleibt, haben wir unsere Tage in diesem Bergland sehr genossen, wunderbare Menschen kennengelernt und schönste Natur bereist. Bald schon erleben wir einen wohl noch grösseren Kulturschock: China!

Holiday time in Kyrgyzstan

With our blistered feet slowly on the mend, it was time to leave Karakol (September 18th) and head around the northern shore of Lake Issyk Köl back towards Bishkek.  Knowing that we had ample time for the journey, we could take the 400km back to Bishkek at a leisurely pace.  Most afternoons were spent relaxing somewhere on the lakeshore.  We’d heard that during the summer months the northern shore of Lake Issyk Köl, especially the village of Cholpon-Ata, was filled to overflowing with tourists; well to do Kyrgyz, Russians and Kazakhs mainly.  Imagine our surprise then, when the only other guests we had to share the beach with, were grazing donkeys, sheep and horses.  It would seem that the mass exodus of tourists back to their jobs in the city had already taken place, so we had the lake to enjoy more or less to ourselves.

Burana Tower

Burana Tower

Burana Tower

Burana Tower

A few days of riding brought us to Balykchy (September 22nd), at the western end of the lake.  After finding a grotty guesthouse (options being somewhat limited) we took a look around the town and made trip to the bazaar.  Balykchy was a major industrial and transport centre during the Soviet era, but it lost almost its whole economic base following the collapse of the Soviet Union and the closure of virtually all of its industrial facilities.  The crumbling factories cast a ghostly shadow throughout the town, and there seemed to be a feeling of hopelessness hanging over the town.  Like many other towns in Kyrgyzstan with high unemployment that we’d passed through, the standard street scene consisted of groups of squatting men passing the bottle around the circle.

Upon reaching the other side of Balykchy (September 23rd), we were greeted with a day of over 100km of lovely smooth wide streets, stretching all the way to down to our Tokmok.  Originally we’d planned to camp somewhere along the way, but the good roads combined with the relatively high population density meant that we kept on pedalling until we found a cheap guesthouse in Tokmok for the evening.  The next day involved a short 15km bike trip (without luggage) to Burana Tower, the last remains of the ancient city of Balasagun, which was founded at the end of the 9th century.  The tower is a large minaret, originally 45m high, but now just 25m after being partially destroyed by an earthquake in the 15th century.  Like at all “tourist destinations” in Kyrgyzstan, the ubiquitous Kyrgyz wedding party was also in attendance, for a few photo opportunities.

A short 60km had us in Bishkek the next day (September 24th), where we would end up staying for a week.  The city itself is a bustling, modern place, filled with innumerable cafes, restaurants and bars, wide tree-lined boulevards, shady green parks and white marble Soviet monstrosities littered throughout.  There are not many notable historical buildings per se, since the city was only founded during the 19th century.  Most of our time was spent enjoying far too much Italian coffee, eating ice creams, and wandering the streets, and relaxing in the garden of our guesthouse, Nomad’s Home.  The main central bazaar (Osh bazaar) kept us entertained for a while with its comings and goings, and everybody going about their daily business.

Bishkek

Bishkek

State Opera and Ballet Theatre, Bishkek

State Opera and Ballet Theatre, Bishkek

A Swiss friend had given us the contact details of a Kyrgyz friend of hers, so during our stay in Bishkek we arranged to meet.  Janar, it turns out, had studied for three years in Bern, and spoke perfect German.  After travelling so long through Kyrgyzstan, it was interesting to finally be able to get some answers to all of the questions regarding Kyrgyzstan that we’d asked ourselves during the last 6 weeks.  For Annina, it was especially exciting to be able to hear about life in Kyrgyzstan from the perspective of a Kyrgyz woman.

We visited the State Opera and Ballet theatre with Janar (September 29th), where we saw a performance of a typical Kyrgyz fairytale, Cholpon, adapted as a ballet.  The interior of building itself was incredibly beautiful, a mix of Russian and Kyrgyz motifs, and the performance was equally entertaining, the typical “love against all odds” story, spectacular backdrops, and an enthusiastic audience clapping randomly and frequently.

The next day was Janar’s birthday (September 30th) and we were invited to dinner to help her celebrate with a few of her friends.  A sumptuous feast, complete with typical Kyrgyz specialities (Kurdak, shashlik, chorpo), that we’d come to enjoy, awaited us.  Good company and an endless supply of beer, wine and schnapps, made for a wonderful evening, swapping stories and hearing about different cultures.  Cheers again Janar, and thanks for a night to remember.

Janar's birthday feast

Janar’s birthday feast

Happy birthday Janar!!

Happy birthday Janar!!

After 42 amazing days in Kyrgyzstan, it was finally time to say goodbye.  Around midday (October 1st), we crossed the border into Kazakhstan.  If we’d been able to obtain a Chinese visa in Bishkek like we’d originally planned, we’d have long been in China already.  As things transpired, this didn’t turn out to be possible, and since we booked our flight to Hong Kong from Almaty so far in advance, we had more time to spend in Kyrgyzstan.

Whilst the country possesses unimaginable and unquantifiable beauty, life here is tough.  The Kyrgyz economy has struggled considerably since independence, and up to one third of the population live below the poverty line.  As foreigners looking in, it also appears at times that the way people treat each other is tough.  When a pedestrian crosses the street, it is almost normal behaviour for an oncoming car in the distance to noticeably accelerate and change lanes towards the pedestrian, whereby you’d assume he was actually trying to run him over.  The demonstration of one’s power and thus importance holds sway here.

There has also been a renaissance in bride kidnapping in recent times.  Although illegal, the practice, for all intents and purposes, is widely tolerated.  Many claim that bride kidnapping is a tradition, however the rapidly increasing “bride-price” makes marriage almost unaffordable for those from poorer backgrounds.  As a way to circumnavigate this payment to the bride’s family, a man will arrange (usually with some friends) to kidnap his desired bride from the street.  The young woman will then be held at the house of the man’s family and coerced (emotionally and often physically) into accepting the marriage proposal.  Knowing that their reputation within society will be ruined if they don’t, they have little option but to accept the marriage proposal.

The easing of visa restrictions has definitely seen an increase in tourists visiting Kyrgyzstan.  Whilst there are definite social problems which need to be tackled, the generosity and honesty of Kyrgyz people has made our stay one to remember.  It will be interesting to see how the tourism sector develops in the near future, and how the Kyrgyz people are best able to showcase the abundance of beauty they have, just waiting to be discovered throughout the land.  For us though, a new culture shock awaits: Next stop China (we hope).

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